Presse - Schwäbischen Zeitung vom 07.04.2000

Ska von Mellers macht Lust auf mehr

Gelungener Auftritt mit variationsreichem Programm im Markdorfer Theaterstadel

Ska erfreut sich immer größerer Beliebtheit, und die Nachwuchsformation "The Mellers" reitet auf dieser Welle nicht nur einfach mit, sondern ist ein Teil davon. Sie sind ein bunt gemixter Haufen von neun Jungs, die, egal aus welcher Musikrichtung sie eigentlich auch kommen, zusammen ihrer Vorliebe für diese Musikrichtung entdeckt haben. Wie weit ihre musikalische Entwicklung mittlerweile fortgeschritten ist, zeigte sich am jüngst im Theaterstadel deutlich.

Egal ob Fun-Ska, Blues Elemente oder diffiziler A-cappella-Gesang, jeder Griff ins musikalische Repertoire war ein Treffer. Verstärkt wurde dieser Eindruck noch durch erstklassige und witzige Bühnenpräsenz. Die Texte der Mellers sind weit mehr als der farblose Abklatsch ihrer Vorbilder wie etwa den Busters.


Machte mit ihrer Art von Ska Lust auf mehr:
die neunköpfige Formation "The Mellers" bei ihrem Auftritt im Markdorfer Theaterstadel.

Zwar beherrschen die jungen Musiker das Covern der bekannten Ska-Hymnen ausgezeichnet, doch größere Beachtung haben ihre eigenen Lieder verdient.

In prägnanten Texten greifen sie Erlebnisse, Erfahrungen und Probleme auf, und verarbeiten sie zu gelungenen Musikstücken. Vor allem Niko de Gregorio und Martin Rueß sind die treibenden Kräfte. Und von letzterem stammte auch der Text zu "Thanks", indem er seine Probleme mit Frauen verarbeitet hat. Das Aussehen stimmte zwar, doch was hinter der schönen Hülle steckte, war nicht so toll, und so bedankt sich Sänger Martin Rueß ironisch für die Arroganz der Beinahe-Herzensdame und >dafür, dass sie ihn verlassen hat. Denn erst so konnte er die Wahrheit erkennen.

Ein ganz besonderer Leckerbissen ist ohne Zweifel auch "The lions sleeps tonight", dass die Band gemeinsam erst zart im A-cappella-Gesang darbot, bis die Bläser druckvoll das Lied wieder in einen Ska-Song verwandelten. Ihre erste Compact-Disc haben die neun Musiker im letzten Herbst in Heimarbeit aufgenommen, und trotz vielleicht etwas begrenzter technischer Möglichkeiten sind die sechs eingespielten Lieder nicht nur von einwandfreier Qualität, sondern spiegeln die vielen Facetten der Band eindrucksvoll wieder und machen Lust auf mehr Mellers.

Vielleicht bekommen sie ja bald eine wirklich große Chance musikalisch noch weiter zu kommen, denn verdient hätten sie diese auf alle Fälle.

BORIS N. MATTES

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