
Au Weh Au weh, nach 2 Stunden Schlaf aufstehen und regulär arbeiten gehen ist echt ne Qual… Wie ich die Mellers hasse.. na ja, vielleicht entschädigt mich ja der Gig heute Abend in Binzwangen etwas dafür: Ums kurz zu machen: hat er. Tourbericht Ende.
Nein, das würde diesem legendären Abend nicht gerecht werden…
Nachdem ich noch etwas Schlaf nachgeholt hatte sind wir so um 19.30 in Binzwangen eingetroffen. Da haben wir vor eine paar Jahren einen Oberhammer Gig erlebt, weswegen die Vorfreude sehr groß war. Auf dem ganzen Weg hatte es wie aus Eimern gekippt, weswegen ich gar nicht mehr so frohen Mutes war, ob das wohl mit dem Wetter halten würde.
Beginnen würde der Abend mit einer „Coverband aus der Region“ (..laut Flyer) deren Namen ich leider nicht behalten habe, bzw der irgendwann am restlichen Abend ertrunken ist. Schade, weil die nachdem Sie ihre anfänglich Scheu überwunden hatte, nen echt ordentlichen Sound gemacht haben, mit der Sängerin die singen konnte UND gut aussah (seltene Kombi bei Coverrock). Und Sie hatten natürlich den Drummer von den legendären COLESLAW aus Sulgä, natürlich ein alter Spezi vom Hanson.
Während wir uns an der Gulaschsuppe und den kalten Käse/Wurst Platten sowie dem Schokoladenbüffet, in deutlich geringerem Maße auch am Obstteller verlustierten, betraten Sixxxten aus „Hamburch, St. Pauli..“ die Bretter. Mal abgesehen das die Typen wie richtige Pönker aussehen, war ich beim ersten Anblick entsetzt: „Gibt’s in Hamburg nix zu essen, oder warum sind die so mager?? Ein Blick in den Backstageraum gab uns recht: nix von den oben genannten Köstlichkeiten in selber Menge wie für uns bereitgestellt hatte gefehlt. Aber einen Sound hatten die: Richtig voll ufs Fressbrett, geil gegrooved, tolle Texte, usw…Wahnsinns Band kann ich nur empfehlen.
Mit etwas Verzögerung sind wir dann auf die Bühne: zu 8, wer wissen will warum der Hansi nicht da war, schaut im Tourbericht von Nesselwang, war dieselbe Begründung. Und von Anfang an hat das Publikum super mitgemacht: bis hinten an den Zaun wurde geskankt, gehüpft, mitgegrölt usw… das motiviert natürlich ungemein, und so haben wir auch 120% gegeben, und sogar meine anfangs sehr lädierte Stimme wurde mit der Zeit ganz annehmbar (denk ich zumindest). Waren wir am Abend vorher an der FH alle Studenten gewesen, hatten wir heute alle ehrbare Handwerksberufe gelernt, aber so ein bisschen Abwechslung muss sein. Wow, das war geil!
Trotzdem haben wir natürlich pünktlich aufgehört, noch 1 Zugabe gespielt. Und in dem Moment wo wir fertig sind, fängts an zu schütten als ob die Welt untergeht. Einerseits muss uns der liebe Gott da oben mittlerweile gern haben (weil früher hats immer angefangen wenn wir gespielt haben…) oder vielleicht hat sichs rumgesprochen das wir einfach viel braver sind. Oder es hat ihm imponiert, wie schön die Bläser an Ruesls Hochzeit in der Kirche gespielt haben… wie auch immer, Mono und Nikitaman (oder wie unseren neuen Hamburger Kumpels sagen würden „Nena und Chiquitaman“ hätt ich in dem Moment nicht sein wollen…
Aber einen Trick hab ich dann doch von den großen Profis gelernt: Wenns an nem Openair regnet, dann macht man einfach solange Soundcheck, bis es wieder aufhört, und wenns 1,5 Stunden dauert! Aber egal, die waren natürlich phat wie immer, haben eine super Stimmung gemacht, das war schon ganz großes Kino.
Währenddessen hatten sich die Mellers (minus die 2 Häuslebauer, die haben sich rechtzeitig verzogen, um gar nicht in die Gefahr zu kommen, Spass haben zu müssen..) + die Hamburger Pönker im Backstageraum eine eigene Party gemacht. Kurz währte der Frust über die nicht einsetzbare Tatoomaschine, der wurde doch gleich von den Sixxxten Jungs mit Wodka-Cola im Halbeglas niedergebügelt. Besonders beeindruckt waren die Nordlichter, wieviel Spass wir an unseren eigenen Genitalien haben konnten…Auf jedenfall Stieg die Laune und der Bierverbrauch. Mit dabei auch der Josef aus Hundersingen, der eigentlich nur ein Autogramm holen wollte und dann hängengeblieben ist. Ob er wohl damit gerechnet, dass wir sofort jasagen würden, als er uns in seine Brauerei zur Besichtigung und Umtrunk eingeladen hatte?? Gegen 3.30 machten sich dann etwa 20 Leute (Mellers+ Hamburger Punkband + Anhängsel) auf den Weg Richtung Brauerei.
Zuvor hatte Niels aus Bremen noch alles was im Backstagebereich an Essen und Trinken übriggeblieben war in eine Große Plastiktüte gepackt. Kaum im „Adler“ in Hundersingen angekommen wurde dieser Schnappsack aufgemacht, und alle schlugen wie die wilden zu. Jetzt weiss ich auch, warum die Hamburger so mager sind, die Tüte hätte den ganzen nächsten Tag reichen müssen...
Der Umtrunk war super, mal ganz ehrlich die Besichtigung hätte man sich auch schenken können, weil sowohl Braumeister als auch Zuhöhrer schön ganz ordentlich getankt hatten. Nach einer kurzen hitzigen Diskussion mit den Feriengästen des Hotel Adlers (…wir waren morgens um 5 auf keinen Fall zu laut…!!) zeigte Josef noch besondere Güte und quartierte die Hamburger gratis im Hotel seines Bruders ein... (ob das den wohl gefreut hat??) Die Mellers machten sich dann auch erschlagen auf den Heimweg.
Fazit: Binzwangen wartet sowohl mit dem besten Gig dieses Jahr als auch einer Granatenbackstageparty auf. Da wollen wir auf jedenfall noch mal hin..!
Massa-Award: Niels aus Bremen für diverse Aktionen, wo wir uns bepissen hätten können vor Lachen.
Autor: Dr. G