München Unterschleißheim (12.07.2003)

Gleis 1

Samstag morgen nach einer langen Nacht: Das Telefon klingelt, Blick auf die Uhr: 9.00! „Servus Botze kansch du de Sprinter in Weingarde hohla, mir roichts nimme“ Alles klar Ruessel, dann schlaf ich halt nicht aus! Aufstehen, duschen, kurzes Frühstück und ab nach Weingarten, mit Sprinter zurückfahren (hab ich an meinem Golf wohl das Licht brennen lassen? Egal) Rucksack packen, scheisse schon kurz vor zwölf und noch kein Mittagessen fertig! Und da klingelts auch schon an der Tür. Also schnell Geraffel einladen und losfahren. Halt!! Sind wir überhaupt vollzählig? Ich, Ruessel, Niko, Joos, Bubu und Matze. Hanson und Daniel fahren später, Hansi kommt direkt, und Kalli hohlen wir in Memmingen am Bahnhof. Macht 10! Wer fehlt? Ach so Benteles haben grad noch ein Spiel bei einem Volleyballturnier, die müssen wir zu Hause hohlen. Also losfahren, wir sind komplett!
Unterwegs, als die Sonne dann so auf unser Fahrzeug brannte stellten wir zwei Sachen fest: 1. Die Klimaanlage ist kaputt, und 2. Der Rupfle hat glaub nach dem Volleyballspiel nicht geduscht! Aber egal, man gewöhnt sich mit der Zeit an alles.
Apropos Zeit: Der Kalli hat dem Bubu geschrieben, dass wir ihn um13.29 Uhr am Memminger Bahnhof holen sollen. Um 13.35 standen wir am Bahnhof, aber weit und breit kein Kalli. Also anrufen. „Servus Kalli wo bisch?“ „Ich sitz im Zug, ich komm um 15.29 Uhr an.“ „Duuuu Seggel! Du hosch in deim Email gschriebe, dass du um halb zwoi do bisch!“ „Oh da hab ich mich wohl vertan!“ „Also denn hohlt di de Hanson in Memminge ab, weil der fahrt um halb dreie erscht los.“ So also das wäre dann auch geklärt. Zwei Minuten später kommt eine SMS: Falls das mit dem Hanson nicht klappt könnt ihr auch nach Ulm fahren und mich dort um drei abholen, dann müsst ihr nicht so lange warten. Hääh? So ein Idiot! Wir hätten auch zwei Stunden um den Bahnhof Raumfahrern können, das hätte gleich viel gebracht. Wir wollten Grad so Richtig mit „über den Kali schimpfen“ loslegen als der Niko meinte (ausgerechnet der Niko), dass wir heute nett zum Kali sein sollen, weil er am Montag eine wichtige Klausur hat, und heute eigentlich lernen sollte.
Der Rest der Fahrt verlief unspektakulär, und wir kamen pünklich (das heisst bei einer SKA-Band: eine halbe Stunde später als ausgemacht) in Unterschleißheim an. Das „Gleis 1“, wo wir spielten, war aber gar keine alte versiffte Lagerhalle die zu einem Jugendhaus umgebaut wurde wie sonst so üblich, sondern ein großer Neubau, der extra für die Jugend gebaut wurde. Und daneben war ein Festzelt aufgebaut, extra für heute Abend.
Dort lernten wir dann auch gleich den Topact des Abends kennen, Die argentinische Band „Karamel Santo“ (weis der Teufel wie man das Schreibt).
Das erste was wir von ihnen sahen, war ein Posaunist, der mit einer rostigen Kombizange auf seine Posaune einschlug und „Fuck the trombone“ vor sich hin murmelte. Der Rest der Band war schon auf der Bühne und baute auf, bzw. der Schlagzeuger baute Hansons Schlagzeug, welches ich eigenhändig aufgebaut hatte (Der Hanson war noch nicht da, weil er noch bei sämtlichen Mc Donalds gehalten hatte), so um, dass man auch drauf spielen kann. Dann machten sie einen Soundcheck, der sich etwas in die Länge Zog, so das für uns und „The Skarecrew“ jeweils noch 20 Minuten Zeit blieben. Aber, Emergenza sei Dank, ist sowas für uns kein Problem mehr.
Dann gings auch schon los mit The Skarecrew. Leider haben wir von denen nicht die ganze Show gesehen, weil wir die Priorität, wie immer, aufs Essen legten. Um 20.15 Uhr waren wir dann dran. Und es hat, obwohl noch nicht allzu viele Leute da waren, richtig Spaß gemacht. Und dann kamen die Argentinier, und was nach dem Soundcheck noch keiner vermutet hätte, es war das geilste Konzert, das wir jemals von einer Skaband miterlebt miterlebt hatten!!!!!!! Also gab es auch keine Diskussionen wegen zeitig Heimfahren, weil jeder das Konzert fertighören wollte. Als wir dann gehen wollten mussten wir natürlich wieder auf den Niko warten, weil der sich im nahe gelegenen See noch Sportlich betätigt hat. Aber wir haben die Zeit sinnvoll genutzt und den Kalli geärgert, weil sich herausgestellt hat, dass seine wichtige Klausur doch erst eine Woche später ist.
Um drei waren wir dann zu Hause, haben unser Geraffel ausgeladen, und ich hab den Sprinter wieder nach Weingarten gefahren. Als ich in mein Auto stieg merkte ich, dass ich das Licht tatsächlich brennen gelassen habe. Aber mit meinen Bärenkräften hab ich mich dann selber angeschoben.
Ach und noch was: Der Daniel hat, bei der Suche nach einer Straßenkarte, mein Handy, das ich seit Tuttlingen vermisse, in Hansons Auto gefunden.

Es war also ein Super Tag in Unterschleißheim! Besonders für mich (Handy) und den Niko (See)

Autor: Botze

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