
Ulm (26.05.2003)
Emergenza im Roxy
Diesen Sonntag stand also Emergenza 2te Runde auf dem Plan. Irgendwie hatten wir schon geahnt, dass alle anderen Wettbewerbsteilnehmer, und besonders die Ulmer Bands Werbung bis zum abwinken machen würden.
Deswegen ließen wir uns auch nicht lumpen, und haben unsererseits sämtliche Gefallen der letzten Jahre eingefordert. So bekamen wir dann auch den gemieteten Bus von Oilinga über Dürnast nach Ulm voll, sowie den Rest Karten irgendwie an der Uni Ulm verkauft.
Wir selber sind wieder privat gefahren, weil einerseits das drumset schon gestanden ist, andererseits der Reisebus unser Budget schon so strapaziert hat, das ein Sprinter nicht mehr drin war. Egal...
Auf jeden Fall Soundcheck auf der großen Roxy Bühne, äußerst kaputte Backstage Getränke (wir konnten uns nicht einigen, ob das komische "Feng Shui Gesundheitsmix mit buddistischem Bogenschütze auf der Flasche" oder doch das zuckerfreie Red Bull ekelhafter war, später sind wir dann auf Oxx umgestiegen, das bin ich ja schon gewöhnt) und das typische Wettbewerbsklima: keine Band redet mit den anderen. Zumindest mit mir nicht. Außer die orange-Jungs, die haben das ein wenig lockerer gesehen...
Um halb 8 ist dann unser Bus eingetroffen, erwartungsgemäß gingen die meisten Insassen direkt vom Bus an die Bar. Verübeln kann man es niemand, weil "Sepcys" die als erstes ins Rennen gingen doch recht brachiale Musik machten. Mir als Ex-Power-Metaler hat das natürlich gefallen, vor allem weil die Band musikalisch-technisch echt was geboten hat, aber für so manche zarte ländliche Bodenseeohren war das wohl nicht so das wahre.
An der Bar sind die meisten dann auch geblieben, weil es dann mit "Scrubs" ähnlich hart weiter ging. Kann ich leider nix zu sagen, hab ich zu wenig gehört, war gerade damit beschäftigt, alle Leuten, die ich eingeladen hatte, auf Knien für Ihr Kommen zu danken...
Als drittes ging dann "Semtex" knüppelhart zu Werke. Wirklich tolle Grooves haben die, unser drummer ist die ganze Zeit mit einer Erektion rumgestanden.
Leider sind danach schon viele leute gegangen, aber mann konnte sich sich dann endlich ein bißchen besser bewegen.
Irgendwann gegen später kamen dann unsere orangenen-Kollegas. Die haben tatsächlich das abwechslungsreichste Set geboten, besonders der Trompeten und Mundharmonika-Gag hat mit gefallen, aber der Sound war wie später bei uns auch nicht ganz optimal.
Direkt vor uns haben noch "Gift" gespielt. Besonders der Sänger hat auf meine weiblichen Kommilitonen Eindruck gemacht. Neidisch beobachten wir vom Bühnen Rand, dass es auch Bands gibt, die es sich leisten können, ohne T-Shirt zu spielen. Allerdings drehte der Ermergenca- Meister etwas am Rad, weil Sie ein paar Minuten überzogen haben.
Dann waren glaub ich auch schon wir dran. Nach legendären 2,48 Minuten Umbaupause legten wir uns ins Zeug, das der Bär gebrannt hat. Trotz einiger technischen Probleme (Einer Gitarren-Bühnen-Lautstärke, das selbst für mich alles zu spät war, kam aber vom Monitor...) tobten unsere mitgereisten und hoffentlich auch die anderen Fans wie die Gaskranken, und hielten durchaus verlockende Plakate in die Luft. (Leider hat sich hinterher keine der Frauen mit dem Kinderwunsch mehr bei mir gemeldet..) Lustigerweise wirkte unser "voll ins Fressbrett-Set" gegen die anderen Bands eher wie "Weichspül-Pop", aber das war eher kein Nachteil...
Komisch war auf jedenfall noch, dass wir die Songs wirklich schnell gespielt haben müssen, denn am Ende waren noch 3 Minutne übrig, obwohl das Set auf exakt 26.5 Minuten getimed war..
Leid getan hat mir auf jedenfall noch die letzte Band, denn da war die Stimmung schon ziemlich am Ende.
Die Siegerehrung war dann aus unserer Sicht ein relativ erfreuliches Ereignis, allerdings hab ich mir beim aufentern der Bühne fast mein Knie geschrottet...
Auf jeden Fall tausend Dank an alle, die uns Sonntag nicht im Stich gelassen haben. Wir werden uns revancieren und sehen uns auf jeden Fall in Stuttgart wieder..
PS.: An den Zeitungsfritzen Pierre La Qua von der Südwestpresse: DANKE für deinen wirklich objektiven und realitätsnahen Artikel über diesen Abend und schau bloß, dass Du mir in nächster Zeit nicht im Dunkeln begegnest....
Autor: Niko
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