
Herrenberg (30.10.2004)
Juha Herrenberg
„Wer schreibt eigentlich den Tourbericht für heute. D Eeeberle hat ja noch keinen geschrieben, also schreibt er.“ Verdammt!, ich bin ja nicht so der Typ für literarische Ergüsse. Und bis jetzt hat immer der der den meisten Spaß hatte den Tourbericht schreiben müssen. Aus diesem Grund hatte ich mich immer bemüht nicht am meisten Spaß zu haben. Aber wenn beim Tourberichtschreiben ab sofort so eine Willkür herrscht, dann kann ich in Zukunft ja auch Spaß haben.
Der ganze Abend fing wie immer unspektakulär an mit Sprinter laden bei Bottlingers. Da wir keinen Soundcheck sondern nur einen Linecheck hatten mussten wir auch gar nicht so früh los, wir (also die die immer einladen, also alle außer Benteles) trafen uns also um 18 Uhr beim Bottlinger. Da der alte Bentele, unser großer Lademeister nicht da war besaßen wir die Frechheit, seinem System zum Trotz in bester Tetris-Manier den Sprinter zu laden, was uns wie ich find auch sehr gut gelang. Ich hatte mir für die Fahrt extra noch Kohle rausgelassen, weil ich mit mindestens einem Verpflegungsstopp rechnete, aber Pustekuchen. Dass wir keinen Stopp einlegten lag an folgenden Gründen:
- ein Holländer hat den Sprinter gefahren. Die sind es gewohnt, dass etwas zu essen im Kühlschrank des Wohnwagens ist, den sie hinter sich herziehen. Nur blöd dass wir den Wohnwagen irgendwie vergessen hatten
- Die Raucher hatten alle Kippen dabei, das heißt der Stopp an der Tanke war auch nicht notwendig
- Niko hatte 2000 (in Worten: Zweitausend) Gramm abgenommen, und er wollte nicht, dass er wegen den Mellers gleich das Doppelte wieder drauf hat
- Wer hält schon unterwegs in einem Schnell-Restaurant an wenn man weiß, dass es anschließend im Jugendhaus lecker vegetarisch Essen gibt.
So sind wir also dann schließlich im Jugendhaus zu Herrenberg angekommen, nachdem wir unterwegs noch auf eine Hunde-Personen-Straßensperre gestoßen waren.
Wir luden also unser Zeug aus und Hanson erwies sich als sehr solidarisch und trug dem Kalli sogar einen Großteil des Equipments rein (also den Keyboardständer), obwohl das normalerweise weit unter seine Würde als neuer Manager fällt, aber der Hanson ist halt vom ersten Moment an ein Mann des Volkes geblieben. Dann haben wir es uns im Backstageraum bequem gemacht. Alle hatten Hunger, aber es fehlte das Geschirr, und so wurde vor lauter Hunger erstmal der vorhandene Lebkuchen verdrückt. Als dann gespülte Teller kamen reichten die Spaghetti nur für die ersten 3-4 Personen. Vielleicht hätte man doch zumindest an der Tanke halten sollen. Aber auch die anderen bekamen später noch was und so war der schlimmste Hunger besiegt, während die erste Band auf der Bühne schon ganz ordentlich rockte. Danach spielten Yakusi ihre lustigen Weisen auf und die machten das Publikum schon ganz schön fertig, so dass wir in Erwägung zogen, lieber unser Schmusesong-Set zu spielen. Allseits Beachtung fand auch deren Fanshop und die ersten Überlegungen wurden getroffen, hier ein wenig Benchmarking zu betreiben.
Als wir dann die Bühne kurz vor Mitternacht betraten hatten wir dann doch beschlossen, lieber das uns besser liegende „Voll-in-die-Fresse“-Set zu spielen. Und das Publikum zeigte uns, dass es noch lange nicht müde war und ging ganz schön ab. HERRENBERG ROCKT! Und gerockt haben auch die fleischverwöhnten Därme einiger Bandmitglieder, die noch ihre Probleme mit dem vegetarischen Essen hatten. Sehr zum Leid der anderen. Da sich die Masse nach unserem Gig schnell verlief blieben wir dann auch nicht mehr so lange. Den einzigen, den wir dann doch zum gehen zwingen mussten war Niko, den wir aus der Küche gewaltsam entfernen mussten. Wir schafften es, auch wenn er sich krampfhaft an den Herd klammerte, um noch die letzten Spaghettis zu vernichten. Ich glaube er wird es uns danken, spätestens wenn die Waage zeigt, dass er wenigstens eben aus diesem Mellers-Auftritt rauskommt.
Danke an dieser Stelle noch mal an das Juha Herrenberg. Wir kommen gerne wieder.
Autor: Eberle
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